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Rainer Arnulf (1929 - 2025)

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    Rainer „Ohne Titel“ handsigniert, Ausstellungsplakat „Psychopathologica“, 1967

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    Rainer „Recklinghäuser Zechen-Elegie“, 1994

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Biografie

Arnulf Rainer (* 8. Dezember 1929 in Baden bei Wien; † 18. Dezember 2025 in Enzenkirchen) war ein zeitgenössischer österreichischer Maler.
Bekannt sind seine Übermalungen.

Arnulf Rainer wuchs gemeinsam mit einem Zwillingsbruder auf, der als Kind ursprünglich Maler werden wollte, dann aber Jurist wurde. Bereits in der ersten Klasse der Volksschule fiel Arnulfs künstlerische Begabung auf. Er besuchte von 1940 bis 1944 die Napola Traiskirchen. Er verließ die Schule, weil er von einem Kunsterzieher gezwungen wurde, nach der Natur zu zeichnen.

1947 sah er zum ersten Mal internationale zeitgenössische Kunst bei einer Ausstellung des British Council in Klagenfurt (Paul Nash, Francis Bacon, Stanley Spencer, Henry Moore). Auf Wunsch seiner Eltern studierte er ab 1947 an der Bundesgewerbeschule in Villach Hochbau und machte 1949 den Abschluss. Im selben Jahr wurde er an der Akademie für angewandte Kunst in Wien aufgenommen. Diese verließ er wegen einer künstlerischen Kontroverse mit dem Assistenten Rudolf Korunka bereits nach einem Tag. Kurz darauf bewarb er sich an der Wiener Akademie für bildende Künste; er verließ auch diese Klasse drei Tage nach bestandener Aufnahmeprüfung, da seine Arbeiten als „entartet“ bezeichnet wurden.
Der Künstler in dem Film Arnulf Rainer – Sternsucher (1994) von Herbert Brödl

Zusammen mit Ernst Fuchs, Anton Lehmden, Arik Brauer, Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky und Josef Mikl gründete er 1950 die Hundsgruppe, mit der er 1951 zum ersten (und einzigen) Mal ausstellte. Die Schau fand in den Räumen der Wiener Gesellschaft für Wissenschaft und Kunst statt. Zusammen mit Maria Lassnig besuchte er im Sommer 1951 André Breton in Paris. Im Februar 1952 präsentierte Rainer seine Arbeiten in der Galerie Kleinmayr in Klagenfurt. Im März desselben Jahres erhielt er eine Einzelausstellung in der Zimmergalerie Franck in Frankfurt am Main, die heute als eine der ersten Manifestationen des Informel in Mitteleuropa gilt. Im dazu veröffentlichten Katalog wurden Rainers Textmanifeste „Malerei um die Malerei zu verlassen“ und „Das Eine gegen das Andere“ abgedruckt.

1953 lernte Rainer in Wien den katholischen Priester Otto Mauer kennen. Dieser gründete ein Jahr später die Galerie nächst St. Stephan, mit der er die österreichische Avantgarde entscheidend förderte. Im November 1955 eröffnete Mauer Rainers erste Einzelausstellung in der Galerie St. Stephan. Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky, Josef Mikl und Arnulf Rainer gründeten 1956 die Malergruppe „Galerie St. Stephan“ unter der Leitung von Otto Mauer.

Von 1953 bis 1959 lebte Rainer zurückgezogen in einer möbellosen, verlassenen Villa seiner Eltern in Gainfarn bei Bad Vöslau, gelegen 25 Kilometer südlich von Wien. Dort begann er die Werkgruppe der Reduktionen, die als Vorstufe seiner weltberühmten Übermalungen gilt. Im September 1959 gründete er mit Ernst Fuchs und Friedensreich Hundertwasser das „Pintorarium“ als „Crematorium zur Einäscherung der Akademie“, es blieb bis 1968 bestehen.

1961 wurde Arnulf Rainer in Wolfsburg wegen der öffentlichen Übermalung eines prämierten Bildes gerichtlich verurteilt. Ab 1963 arbeitete er in verschiedenen Studios in West-Berlin, München und Köln. 1966 erhielt er, gemeinsam mit Gotthard Muhr, den österreichischen Staatspreis für Graphik.
1967 bezog er ein großes Atelier in der Mariahilfer Straße in Wien. Ein Jahr später fand im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien seine erste Retrospektive statt.

Rainer sollte 1974 der Kunstpreis der Stadt Wien verliehen werden. Da er aber die Teilnahme an der Übergabezeremonie verweigerte, wurde ihm der Preis wieder aberkannt.
1977 nahm er an der documenta 6 teil. Ein Jahr später vertrat er Österreich bei der Biennale von Venedig. Im November 1978 erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis „in Würdigung seines Schaffens auf dem Gebiete der bildenden Kunst“. 1980 erwarb Rainer seine Ateliers in Oberösterreich und Bayern. 1981 erhielt er eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Wien und wurde Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. 1978 wurde er Mitglied des Österreichischen Kunstsenates.

1995 ließ er sich auf eigenen Wunsch emeritieren, nachdem Unbekannte in seinem Atelier in der Akademie mehrere seiner Bilder schwarz übermalt hatten. Auf einem Bild stand dann das Statement: „UND DA BESCHLOSS ER AKTIONIST ZU SEIN“.
Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Rainer, er hätte seine Bilder selbst übermalt. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Zu seinem 90. Geburtstag im Dezember 2019 bezeichnete Rainer einen Studenten als Täter, ohne dessen Namen zu nennen.

Anlässlich seines 70. Geburtstages organisierten das Stedelijk Museum in Amsterdam und das Kunstforum in Wien eine große Retrospektive. Seit 2002 widmet die Pinakothek der Moderne in München Rainer einen eigenen Raum, in dem einige seiner Werke permanent gezeigt werden. Im darauf folgenden Jahr erhielt Rainer, nach Georg Baselitz und Sigmar Polke, den Rhenus-Kunstpreis für sein Gesamtwerk. 2004 wurde Rainer Ehrendoktor der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Und 2006 wurde ihm das Ehrendoktorat der Theologie der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz verliehen. Als erster nichtspanischer Künstler erhielt er 2006 den Aragón-Goya Preis für sein Lebenswerk und seine künstlerische Verwandtschaft zu Francisco de Goya.
Das 2009 Arnulf Rainer gewidmete Museum in Baden bei Wien

Im September 2009 wurde in Baden bei Wien das Arnulf Rainer Museum eröffnet.

Den größten Teil des Jahres lebte und arbeitete Rainer in Enzenkirchen. Einen Teil eines Bauernhofes hatte er zu einem Atelier für seine Arbeit umgebaut. Im Winter arbeitete er auf Teneriffa. Rainer war Mitglied der Lord Jim Loge.

Rainers Neffe ist der ehemalige Chefredakteur und Herausgeber des Nachrichtenmagazins profils Christian Rainer.

Nach anfänglicher Hinwendung zum Surrealismus näherte sich Rainer dem Tachismus und dem Informel an. Seit Beginn der 1950er Jahre übermalte er eigene und fremde Bilder sowie Fotos. Hierbei sind besonders Fotoübermalungen von Selbstporträts bekannt geworden, die als Face Farces bezeichnet werden. Seine ersten Übermalungen von fremden Bildern nahm er aus Materialmangel vor. 1958 bis 1963 stellten ihm Sam Francis, Georges Mathieu, Emilio Vedova, Victor Vasarely und viele andere Künstler Arbeiten zum Übermalen zur Verfügung.

Ab Mitte der 1970er Jahre wandte er sich einer gestischen Fuß- und Fingermalerei zu. Zur selben Zeit entstanden, inspiriert von anderen Künstlern, zahlreiche Serien von „Kunst über Kunst“: Rainer überarbeitete Fotos nach Gustave Doré, Anton Maria Zanetti, Leonardo da Vinci, Franz Xaver Messerschmidt und anderen. Der „Hiroshima-Zyklus“, eine Serie von Zeichnungen und Fotos der zerstörten Stadt, wurde ab 1982 in siebzehn europäischen Städten gezeigt. In seinem Spätwerk beschäftigte sich Rainer intensiv mit der Fotografie, zuerst um Vorlagen für seine Überarbeitungen zu haben, später wurden sie dann nicht mehr übermalt und sind eigenständige Arbeiten.
(Quelle: Wikipedia)

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